Transzendenz

Literatur:

  • Dürckheim, Graf, Karlfried (1984) Von der Erfahrung der Transzendenz. Herder, Freiburg.
  • Gebser, Jean: (1978) Ursprung und Gegenwart II. Novalis, Schaffhausen.
  • Wilber, Ken (1984) Halbzeit der Evolution. Scherz, München.

Lat. 'transcendentia - "das Überschreiten". Das Jenseitige, Übersinnliche, auch die Jenseitigkeit Gottes. In der Philosophie Platons: "die ewigen Ideen". Jene "transzendenten Urbilder" haben die "Archetypenlehre" in der Analytischen Psychologie C.G. Jungs maßgeblich geprägt.

Der Begriff Transzendenz steht in gewissem Gegensatz zum Begriff Immanenz, der aristotelischen Auffassung, daß das "ewige Sein" jedem Geschöpf inne wohnt. Auch der Immanenzgedanke hat einen Widerhall in der Transpersonalen Psychologie gefunden: im Konzept des Selbst (C.G. Jung), des transpersonalen Selbst (R. Assagioli) und des Wesenskerns (K. Dürckheim / M. Hippius Dürckheim).

In der Mystik sind beide spirituellen Strömungen (Transzendenz und Immanenz) ebenfalls vertreten, z.B. in der christlichen mittelalterlichen Braut- und Wesensmystik. Den scheinbaren Widerspruch der beiden Begriffe versucht Graf Dürckheim mit dem Konstrukt der "immanenten Transzendenz" zu überbrücken.

Die Erfahrung der Transzendenz wird außer in der Mystik auch in der Transpersonalen Psychotherapie angestrebt und zwar im Bemühen, die rationale, mentale Betrachtungsweise zu überschreiten, zu Gunsten einer transpersonalen (K. Wilber), integralen (J.P. Gebser) Bewußtseinsstruktur.

Autor: Pieter Loomans