Spiritualität

Literatur:

  • Jäger, W. (1991) Suche nach dem Sinn des Lebens, Verlag Via Nova. Petersberg.
  • Martin, B. (1985) Handbuch der spirituellen Wege, Rowohlt. Hamburg.
  • Muktananda, Swami (1975) Spiel des Bewußtseins, Aurum Verlag. Freiburg im Breisgau.
  • Zundel, E. und Fittkau, B. (Hsg.) (1989) Spirituelle Wege und Transpersonale Psychotherapie, Junfermann-Verlag. Paderborn.

Lat. 'spiritus' (Atem, Lebenshauch, Seele, Geist). Der Begriff bezieht sich damit auf die geistige Dimension des Menschen und weist auf den Ursprung allen Lebens hin. In der Transpersonalen Psychotherapie versteht man unter Spiritualität die Suche jedes Menschen nach dem Sinn des Lebens (Jäger 1991), die Beschäftigung mit der Frage woher wir kommen und wohin wir gehen, sowie die Sehnsucht des Menschen, seine wahre Natur zu erkennen. Während die traditionellen Religionsgemeinschaften vorwiegend den Glauben an Gott als wesentlichen Inhalt religiösen Lebens sehen, steht bei der spirituellen Suche der mystischen Traditionen die Erfahrung des Göttlichen im Vordergrund. Wenn sich Menschen ernsthaft auf die Suche nach dem Göttlichen in sich selbst machen, spricht man von einem spirituellen Weg. Seit altersher gibt es spirituelle Lehrer und Meister, die dem Suchenden helfen, sein "Innerstes Selbst" (Gott, Atman, das kosmische Bewußtsein, Nirwana) zu finden und sich mit ihm zu verbinden. Meist ist ihr Wirken eingebettet in eine spirituelle Tradition, wobei es sich hier vorwiegend um die mystischen Zweige der Hauptstromreligionen handelt (z.B. Sufismus, verschiedene Formen des Yoga, Zen-Buddhismus, christliche Mystiker). Hier wird ein Set aus spirituellen Übungen angeboten, wie Anleitungen zur Meditation, Singen oder Rezitieren von Mantren, Lesen Heiliger Schriften u.a., um das Verständnis und die Erfahrung der "wahren Natur des Selbst" (Muktananda, 1975) zu vertiefen. Ziel des spirituellen Weges ist die vollkommene Befreiung von Anhaftungen an materielle Güter, die Überwindung des Egos und das permanente Ruhen im Selbst. Im Gegensatz zu Sekten wird nichts versprochen, sondern die spirituellen Übungen lediglich als Vorbereitung für etwas gesehen, was "Gnade" genannt wird, die direkte Erfahrung des Göttlichen in einem selbst. Die Transpersonale Psychologie bemüht sich um einen Brückenschlag zwischen Psychotherapie und Spiritualität und versucht, eine einheitliche Sichtweise zu entwickeln, in der das Personale und das Transpersonale bzw. Göttliche als letztendlich zwei verschiede Manifestationen ein und derselben Wirklichkeit gesehen werden.

Autor: Hans Peter Weidinger