Kundalini

Literatur:

  • Avalon, Arthur: Die Schlangenkraft. Otto Wilhelm Barth Verlag. 1988.
  • Muktananda: Kundalini. Aurum Verlag. Freiburg 1982.
  • Jung, C.G.: Psychological Commentary on Kundalini Yoga. Spring 1975. In: Kripananda (1986)

Sanskrit, wörtlich: "Schlange", auch "Schlangenkraft" genannt. Sie symbolisiert die spirituelle Kraft, die schlafend aufgerollt (Bed.: "Das Zusammengerollte", die "3 1⁄2 mal zusammengerollte" Schlage) am unteren Ende der Wirbelsäule eines jeden Menschen ruht. "Sie ist ihrem Wesen nach Shakti, die höchste schöpferische Energie des Universums....." (Muktananda, 1982). Sie kann durch die Gnade eines spirituellen Meisters, durch spirituelle Praktiken oder durch spontane Ereignisse erweckt werden. Einmal erwacht (die zweite, die geistige Geburt), beginnt eine intensive spirituelle Entwicklung. Dabei werden die subtilen Kraftzentren (Chakren) des feinstofflichen Leibes geöffnet und gereinigt. Im Verlauf dieses Prozesses kommt es zu einer intensiven Konfrontation mit offenen Lebensthemen, archetypischen Mustern (z.B. Stirb und Werde-Prinzip), latenten Krankheiten und unerledigten Eindrücken aus möglichen früheren Leben (samskaras und karmas). Dieser Reinigungsvorgang kann von außergewöhnlichen physischen Zuständen (Haltungen, Bewegungen, Atemmuster) und spontanen veränderten Bewußtseinserfahrungen (Visionen, Nahtodeserlebnissen, Trancezuständen etc.) begleitet werden. Die transformierende Energie der Kundalinkraft führt so zu einer Integration auf allen Ebenen des Seins. Das Ziel ist letztendlich die innere bewußte Verbindung mit Gott. "Wenn es gelänge, Kundalini zu erwecken, so daß sie aus ihrer bloßen Potentialität herausträte, dann würde man unweigerlich eine Welt in Gang setzen, die völlig anders wäre als die unsere. Es wäre eine Welt der Ewigkeit" (Jung, 1975).

Autor: Sylvester Walch