Esoterik

Literatur:

  • Jäger, W. (1991) Suche nach dem Sinn des Lebens, Verlag Via Nova. Petersberg
  • Beckers H.-J. und Kohle H. (1994) Kulte, Sekten, Religionen, Pattloch Verlag. Augsburg

Der Begriff leitet sich vom griechischen Adverb 'eso' (innen) ab. Genauer aus dessen Komparativ 'esotero' (tiefer innen) Es wird damit ein im Innersten verborgenes Geheimnis angesprochen. In der ursprünglichen Bedeutung wird unter Esoterik die Suche jedes Menschen nach dieser letzten, im innersten verborgenen Wahrheit verstanden. Willigis Jäger (1991) unterscheidet zwischen esoterischer und exoterischer Spiritualität. Unter Esoterik versteht er eine auf direkte Gotteserfahrung aufbauende Religiosität, der Esoteriker ist also ein Mensch, der sich auf den Weg gemacht hat, das Göttliche in sich und in allem zu erfahren. Exoterik bezeichnet im Gegensatz dazu eine Religiosität, die auf Schriften, Dogmen, Ritual oder Symbol beruht, wie dies in den meisten sogenannten Staatsreligionen der Fall ist. Der Begriff der Esoterik wurde in den letzten zwei Jahrzehnten durch die sogenannte "Esoterikwelle" sehr verwässert, mit allerlei negativen Auswüchsen und Scharlatanerie. Im normalen Sprachgebrauch versteht man heute unter Esoterik ein unüberblickbares Sammelsurium an verschiedenen Natur-Heilmethoden (z.B. Edelsteintherapie, Aura Soma, diverse Energiebehandlungen), Rückbesinnung auf alte Traditionen (Kelten, Hexen, Schamanismus etc.), diverse okkulte Praktiken, Astrologie und ganz allgemein die Beschäftigung mit Spiritualität. Die Transpersonale Psychologie versteht den Begriff der Esoterik im ursprünglichen Sinn und im Sinne Willigis Jägers (1991).

Autor: Hans Peter Weidinger