Chakren

Literatur:

  • Chauduri, Haridas: Yoga Psychologie. In: Tart, Charles (1978)
  • Govinda, Lama Anagarika: Grundlagen tibetischer Mystik. Frankfurt a. Main 1979
  • Muktananda: Spiel des Bewußtseins. Freiburg 1986
  • Tart, Charles: Transpersonale Psychologie. Freiburg 1978.

Chakra, skrt., wörtl. Rad, Kreis; 1. Im Hinduismus ein Kreis von Gottesverehrern. 2. Symbolische Bedeutung: Das Drehen des Rades des Gesetzes, um das Reich der Rechtschaffenheit und Wahrheit ins Rollen zu bringen. 3. Im Tantrismus, besonders in den yogischen Schulen (Kundalini-Yoga) und in der tibetischen Mystik Bezeichnung für die Zentren "subtiler" oder "feinstofflicher" Energie im Energieleib (Astralkörper) des Menschen.

Sie sammeln, transformieren und verteilen die durchfließenden Energieströme und wirken auf den physischen Körper. Obwohl viele westliche Autoren die Chakren mit verschiedenen Nervenknoten, Ganglien oder Drüsen gleichsetzen und sie auf bestimmte Regionen des physischen Körpers (z.B. Herz - Herzchakra) lokalisieren, sind sie in ihrem ursprünglichen Verständnis als energetisch-spirituelle Zentren des Menschen aufzufassen. Diese Zentren werden durch die aufsteigende Kundalini geöffnet und gereinigt, zur Aktivierung entsprechender Bewußtseinspotentiale.

In der Literatur werden gewöhnlich 7 Chakren erwähnt. In Anlehnung an Tart (1978), Govinda (1979), Muktananda (1986) und Chauduri (1978) können folgende Energiezentren, einschließlich ihrer symbolischen Bedeutungen, beschrieben werden: Muladhara (Wurzelchakra): Ein vierblättriger Lotus am unteren Ende der Wirbelsäule. Kosmologisch steht es für die ursprüngliche Lebensenergie und die ganzheitliche Verbundenheit mit der Welt, mit dem Kosmos. Svadhistana (Milzchakra): Ein sechsblättriger Lotus, an der Wurzel des Fortpflanzungsorgans. Die Sexualenergien werden bei der Öffnung dieses Chakras als universale Lebensenergie erlebt; die schöpferischen kreativen Impulse des Menschen werden von Blockaden befreit. Manipura (Nabelchakra): Ein zehnblättriger Lotus, in der Nabelgegend. Repräsentiert das Element Feuer, die Kräfte der Verwandlung und den Willen zur Macht, die Transformation der in der Persönlichkeit angelegten Fähigkeiten zum Wohle der Gemeinschaft. Anahata (Herzchakra): Ein zwölfblättriger Lotus in der Herzgegend. Die Öffnung dieses Chakras läßt die Herzensqualitäten wie Liebe, Mitempfinden, Selbstlosigkeit und Hingabe in unmotivierter, freifließender Weise verströmen. Vishuddha (Halschakra): Ein sechszehnblättriger Lotus am Halsansatz. "Der Mensch, in dem dieses Bewußtseinspotential aktiviert worden ist, kann durch ein entsprechendes Wort oder Mantra Daseinsmacht vermitteln und anderen eine Quelle großer schöpferischer Inspirationen sein." (Chauduri, 1978). Ajna (Brauen-Chakra): Ein zweiblättriger Lotus, zwischen den Augenbrauen. Intuitive und außersinnliche Fähigkeiten geben Einblick in die Tiefendimensionen der Welt und des Bewußtseins. Das Leben organisiert sich immer mehr um das spirituelle Gesetz. Sahasrara (Kronenchakra): Der tausendblättrige Lotus im Scheitelbereich. Die Öffnung dieses Chakras ist Zeichen für den letzten Verwirklichungsschritt. Das Durchströmen der kosmischen Energien, das Verweilen im Zustand der Selbstverwirklichung und die Einheit mit dem Göttlichen wird erfahren.

Autor: Sylvester Walch